Unsere Analyse einer "zufälligen" Webseite

Da wir prinzipiell keine Analysen von Webseiten unserer Kunden veröffentlichen möchten, haben wir eine zufällige Seite analysiert. Aus Datenschutzgründen gehen wir an dieser Stelle nicht auf die Webseite an sich ein.

Damit sich unsere Kunden und potentielle Kunden einen Überblick verschaffen können haben wir eine zufällige Webseite gesucht, indem wir "Rechtsanwalt + einen beliebigen Ort" aus Deutschland bei Google gesucht haben. Wir fanden das sehr spannend, da wir von einem Rechtsanwalt erwarten würden, dass deren Webseite datenschutzkonform sein sollte.

Optisch ist die Webseite sehr unübersichtlich, es gibt im Headerbereich der Webseite eine Navigation oben, eine Navigation auf der linken Seite, rechts daneben eine weitere Navigation. Das Logo der Rechtsanwälte ist auf der rechten Seite - eigentlich eher unüblich für den europäischen Markt. Oberhalb des Logos kann der Benutzer verschiedene Sprachen auswählen. Der ganze Headerbereich ist sehr textlastig und präsentiert sich mit verschiedenen Stilen und Designs. Icons, die die Seite übersichtlicher machen würden, sucht man leider vergebens.

Typographie & Abstände

Von der Typographie her empfinde ich die Schrift als etwas zu klein und recht langweilig (altbacken), das mag zum Thema "Anwalt" recht gut passen, würde ich jedoch durch eine moderne Schrift austauschen. Strukturgebende Abstände und trennende Elemente zwischen verschiedenen Elementen sucht man vergeblich, dadurch wirkt die ganze Seite sehr textlastig und unübersichtlich.

Inhalt

Texte wirken so, als wären sie primär für Google und eine gute Position auf den Suchergebnisseiten (kurz SERPs) geschrieben wurden.

Design

Auf der linken Seite gibt es einen Sidebar, in der die Ansprechpartner angezeigt werden. Grundsätzlich gut, da hier Interessierte direkt mit dem jeweiligen Anwalt Kontakt aufnehmen können und seine Fachgebiete direkt sichtbar sind. Uns ist aufgefallen, dass die Navigation, um durch die Ansprechpartner zu navigieren recht unglücklich positioniert sind. Abstände in den Boxen passen auf den ersten Blick nicht, weil die horizontalen Abstände nicht zu den vertikalen Abständen passen und das nicht harmonisch wirkt.

Farblich zeigte sich die Webseite in einem bunten Farbenmix aus verschiedenen Lila, Rosa und Rot-Tönen.

Ladezeiten

Ladezeiten haben seit einigen Jahren für Google direkten Einfluss auf die Position auf den Suchergebnisseiten. Die von uns analysierte Seite konnte mit guten Werten hinsichtlich der Ladezeiten überzeugen. Beim Laden der Webseite wurden knapp 900 KB übermittelt. Die Webseite wurde in 800 ms vollständig gelaufen, dabei wurden 43 Requests durchgeführt. Im Bereich der Requests würden wir hier vermutlich ansetzen und optimieren.

Rechtliches

Auf der Webseite war Google Analytics sowie Google Maps eingebunden ohne einen entsprechenden Hinweis in Form einer Cookie Bar. Hier werden die IP-Adressen der Besucher an Google weitergegeben, was im Rahmen der DSGVO eigentlich abgemahnt werden könnte. Ebenso werden verschiedene Inhalte, z.B. Schriften und Bilder von fremden Webseiten übertragen, was seit einigen Monaten ebenfalls von einigen Anwälten abgemahnt wird. Mich persönlich hat das stark gewundert, bei einer Rechtsanwaltskanzlei mit über 30 Anwälten hätte ich das wirklich nicht erwartet.

Was würden wir tun?

Für unsere Kunden ist natürlich primär das interessante, was wir an der Webseite verbessern würden. Bei der Webseite ist es eigentlich recht einfach: da gegen die DSGVO verstossen wird, würden wir an der ersten Stelle eine Cookie Bar integrieren, die bevor Daten an Google Analytis weitergibt, eine entsprechende Einverständniserklärung beim Besucher abholt. Das gleiche gilt für Google Maps Verwendung. Um es hier uns etwas einfacher zu machen (und damit natürlich direkt Kosten zu sparen), würden wir hier auf die Karte verzichten, zum einen wird niemand ohne einen vorherigen Kontakt dort vorbeifahren, zum anderen reicht auch ein Link "Routenplaner", der zu Google Maps führt, das spart technisch gesehen etwas Aufwand.

Im nächsten Step würden wir versuchen die Ladezeiten zu verbessern, in dem wir die Anzahl der Dateien, die beim Laden der Seite, geladen werden, reduzieren. Dazu gibt es verschiedene Ansätze. Der bekannteste und üblichste ist wohl das Zusammenfassen einzelner CSS- und JavaScript-Dateien sowie Bilder in sogenannte Sprites. Da die Ladezeiten zwar direkten Einfluss auf die Positionen auf den Suchergebnisseiten haben, würden wir hier versuchen mit einem kleinen Aufwand viel herauszuholen.

Schlussendlich würden wir die Seite optisch überarbeiten, Abstände zwischen den Elementen einfügen und die Typographie überarbeiten. Das würde sich anbieten, da wir diese Tätigkeiten komplett im CSS (also im Design) der Seite erledigen können und für den Kunden die Pflege im bestehenden Content-Management-System (CMS) unverändert bleibt und somit weiterhin funktioniert. Sollte das CMS veraltet sein oder für den Kunden nicht gut funktionieren, wäre auch ein technischer Relaunch denkbar, das müsste man mit dem Kunden direkt besprechen, inwiefern diese Kosten im Budget sind und für notwendig erachtet werden.